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Zerstörung und Wiederaufbau

Luftbilder von 1945 und von heute

Chemnitz, Dresden, Leipzig und Plauen

Nach den verlustreichen Stellungskämpfen des Ersten Weltkrieges glaubten Militärtheoretiker an die Überlegenheit moderner Waffensysteme und versprachen den Politikern durch den Einsatz der Luftwaffe schnelle Entscheidungen bei geringeren Verlusten. Fasziniert von der Möglichkeit, mit Flugzeugen direkt gegnerische Zentren anzugreifen und lahmzulegen, blieb ihre Erwartung der traditionellen Kriegführung verhaftet, während die hohe Komplexität moderner Industriegesellschaften in den Konzeptionen keine Rolle spielte.

Welches Gewicht haben Leipzig, Chemnitz, Dresden und Plauen für die Bewohner von Warschau, Rotterdam und Coventry, jener von Deutschen zuerst bombardierten Städte, die als Wegmarken des Bombenkriegs gelten? Der britische Militärhistoriker Richard Overy unterscheidet in seiner maßstabsetzenden Studie „Der Bombenkrieg. Europa 1939–1945" zwischen dem britischen Bomber Command einerseits und andererseits amerikanischen und deutschen Luftstreitkräften. Mehr als die anderen kriegführenden Mächte habe die Royal Air Force durch Flächenbombardements die Bevölkerung demoralisieren wollen. Hingegen sei das Ziel der amerikanischen Luftangriffe primär die Rüstungsproduktion und die Infrastruktur des Gegners gewesen. Das ist so zutreffend, wie es für die in den Städten getöteten Menschen bedeutungslos war, ob Vorsatz oder Zufall ihren Tod herbeiführte.

Kriege werden, wie in dieser Ausstellung, vom Ende und nicht vom Anfang her erinnert. Das ist legitim. Problematisch wird es dann, wenn das auf die Toten in Deutschland fokussierte Gedenken den Vernichtungskrieg und den Völkermord der Nationalsozialisten ausblendet und nur an das eigene Leid erinnert. Die Ausweitung des strategischen Luftkrieges der westlichen Alliierten war eine Reaktion auf die Ausrufung des Totalen Krieges 1943 und die Entscheidung des NS-Regimes, trotz der nach Stalingrad absehbaren Niederlage unbeirrt weiterzukämpfen. Im Herbst und Winter 1944/45 verstärkte sich der Eindruck vom ungeschwächten deutschen Kriegspotential. Das lag an den hartnäckigen Abwehrkämpfen der Wehrmacht im Osten und der Ardennen-Offensive im Westen. Erst nachdem alles in Trümmern lag und nach der Eroberung der Reichshauptstadt Berlin kapitulierte die deutsche Führung.

Dr. Thomas Widera
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V.
Dresden

Auch über siebzig Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges gehen von Kampfmitteln immer noch Gefahren aus. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Polizeiverwaltungsamtes hat die Aufgabe, diese Gefahren im Freistaat Sachsen zu beseitigen. Ein wertvolles Hilfsmittel bei der Suche ist die Luftbildauswertung. Anhand der Kriegsluftbilder können erfahrene Fachleute Verdachtspunkte für Bombenblindgänger oder andere Kampfmittel erkennen. Diese Luftbilder wurden durch die United-State Air-Force (USAF) und die Royal-Air-Force (RAF) zur Aufklärung im Vorfeld und zur Dokumentation nach den Bombardements angefertigt.

Für die Luftbildauswertung sind nicht die durch explodierende Bomben entstandenen Bombentrichter von Interesse. Gesucht werden vielmehr die Blindgänger. Mit Hilfe spezieller Geräte zur Luftbildauswertung können jedoch nur Anhaltspunkte ausgemacht werden. Erschwerend wirken sich Lücken in der Fotodokumentation aus, Bildfehler, schlechte Bildauflösung, Schattenflächen sowie fehlende Informationen zu bereits erfolgten Sprengungen und Entschärfungen im Krieg, unmittelbar nach dem Krieg und in den Jahren danach. Weiterhin muss beachtet werden, dass Bombenblindgänger nach dem Einschlag noch bis zu 20 Meter im Erdreich wandern können!

Erst durch Sondierungsmaßnahmen und einer Begutachtung des Verdachtspunktes vor Ort kann festgestellt werden, ob tatsächlich ein Bombenblindgänger gefunden wurde.

Polizeiverwaltungsamt (PVA)
Referat Kampfmittelbeseitigungsdienst

Hauptsitz Neuländer Str. 60, 01129 Dresden
Stabsstelle Kommunikation
Telefon +49 351 8501-2010
Telefax +49 351 8501-2019
Mobil +49 162 2413819

kommunikation.pva@polizei.sachsen.de
http://www.polizei.sachsen.de/de/pva.htm

 

 

Ab 2021 befliegt der GeoSN jährlich etwa die Hälfte der Fläche des Freistaates Sachsen. Die Luftbilder werden anschließend entzerrt, so dass digitale Orthophotos (DOP) daraus entstehen. In diesen Bildern kann man dann auch wie in einer Karte Strecken messen. Sie sind Planungsgrundlage für Verkehrskonzepte, Land- und Forstwirtschaft, Umweltschutz, Stadtentwicklung und Regionalplanung. Die Fotos werden für das Erstellen von Landkarten benötigt und auch für private Nutzerinnen und Nutzer sind sie sehr aufschlussreich.

Die Bodenauflösung der DOP beträgt 20 cm. Sie werden als 4-Kanal-DOP (Rot-Grün-Blau-Infrarot) hergestellt. Daraus lassen sich auch Schwarz-Weiß-Bilder ableiten, die z.B. in der Archäologie verwendet werden, um alte Ruinen aufzuspüren. Infrarotaufnahmen wiederum werden beispielsweise zur Beurteilung des Waldzustandes genutzt, denn kranke Gehölze erscheinen in einer anderen Farbe als gesunde.

Auf unserer Internetseite www.landesvermessung.sachsen.de finden Sie

  • den „Slider Historische Luftbilder" zum einfachen Vergleichen historischer und aktueller Luftbilder mit einem Schieberegler,
  • Luftbilder zum kostenfreien Herunterladen unter „Offene Geobasisdaten",
  • das „Geoportal Sachsenatlas", in dem Sie Luftbilder kostenfrei ansehen, ergänzen, drucken, exportieren und mit vielen anderen amtlichen Daten über lagern können.

Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung (GeoSN)

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