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Karten zeigen nicht einfach die Welt. Sie helfen uns, sie zu verstehen.

DKK2026 Gruppenbild der Teilnehmer
© Mario Polack (DGfK)

Der 74. Deutsche Kartographie Kongress Ende Mai in Dresden hat eindrucksvoll gezeigt: Kartographie erlebt gerade ein echtes Revival. Nicht trotz der Digitalisierung – sondern wegen ihr. Wir leben im Visual Age: Informationen werden nicht mehr nur gelesen, sondern visualisiert. Dashboards, Storymaps, Geovisualisierung – Karten schaffen Übersicht in einer immer komplexeren Welt. Oder anders gesagt: Atlas statt Orientierungskrise.

Tisch mit Namensschildern beim DKK 2026
© Mario Polack (DGfK)

Besonders spannend hier die Diskussionen rund um moderne Atlaskonzepte und die Frage, wie Wissen heute überhaupt noch geteilt wird. Karten jedenfalls müssen heute social-media-kompatibel sein: visuell, verständlich, teilbar. Sichtbarkeit erzeugt Nutzung. Von handgezeichneten Karten bis zur hochpräzisen Gletschervermessung – Kartographie bewegt sich heute ganz selbstverständlich zwischen Handwerk, Wissenschaft, Design und High Tech.

Das GeoSN selbst war in diesem Jahr mit Nikola Bešlićs Vortrag »Jenseits des Luftbildes – wie Gebietstopographie die kartographische Aussagekraft des BasisDLM sichert« vertreten. Seine These: Die größte Herausforderung ist heute nicht mehr das Erfassen von Informationen – sondern der Zugang zu ihnen.

Wie können Bürgerinnen und Bürger künftig zur Verbesserung amtlicher Geodaten beitragen?
Wie organisiert man ein funktionierendes Informationsnetzwerk zwischen Verwaltungen, Infrastrukturbetreibern und weiteren Datenquellen?
Welche Methoden eignen sich, um Informationen über topographische Veränderungen zuverlässig zu identifizieren und zu sammeln?

Nikola Bešlić bei seinem Vortrag „Jenseits des Luftbildes – wie Gebietstopographie die kartographische Aussagekraft des BasisDLM sichert“
© Mario Polack (DGfK)

Deshalb wird Kommunikation selbst zum Bestandteil der Geodatenarbeit. Teilweise entstehen Geodaten erst durch Dialog. Ziel ist es, Informationen zu erhalten, bevor man aktiv danach suchen muss. Besonders relevant: Gebietstopographie macht oft unsichtbare Informationen sichtbar – und wird damit Teil staatlicher Daseinsvorsorge. Insgesamt ein hochinteressantes Spannungsfeld zwischen engagierter OSM-Community und den hohen Anforderungen amtlicher Geodaten.

»Es war schön zu sehen, dass mein Vortrag viele Besucher anschließend an unseren Stand geführt hat. Dort konnten wir die Diskussionen fortsetzen und konkrete Einblicke in unsere Projekte und Arbeitsweisen geben. Für mich war das eine tolle Kombination aus zwei Themen, mit denen wir zeigen konnten, wie vielfältig und spannend die Arbeit des GeoSN eigentlich ist. Ein weiteres Highlight war dabei sicherlich auch unser interaktives Quiz zum Digitalen Zwilling Sachsen, das zusammen mit dem umfangreichen Informationsmaterial für viele interessante Gespräche sorgte«, sagt GeoSN-Referent Nikola Bešlić.

Besucher im Ausstellungsbereich
© Mario Polack (DGfK)

Vielen Dank an alle Besucherinnen und Besucher für die zahlreichen Fragen, die konstruktiven Anregungen und den offenen fachlichen Austausch. Ebenso an die Dresdner Sektion der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e.V. (DGfK) und das Team der TU Dresden für einen hervorragen organisierten Kongress:

  • 140 Teilnehmende
  • 48 Vorträge
  • 3 Workshops

Genau solche Veranstaltungen zeigen, wie wertvoll der persönliche Dialog für die Weiterentwicklung unserer Geodateninfrastruktur ist.

Was hängen bleibt:

  • Daten allein sind noch keine Karte.
  • Kartographie ist immer Interpretation.
  • Karten generalisieren – sie bilden Realität nie vollständig ab.
  • Kartographie verwandelt Geodaten in Orientierung.
  • Digitale Kartographie ist kein Produkt mehr, sondern ein kontinuierlicher Prozess.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis des Kongresses:

Es geht nicht nur darum, irgendwo anzukommen.
Es geht darum, die richtige Route zu finden.

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